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Günter Wallraff Poster

 „Team Wallraff“: Rechtsstreit mit MK-Kliniken verschärft sich

Marek Bang  

Seit 2014 ist der investigative Journalist Günter Wallraff für RTL tätig. Sein „Team Wallraff“ informiert die Zuschauer über Missstände in Deutschland, was manchen Betroffenen gar nicht gut gefällt. Zwischen dem Sender und den MK-Kliniken schwelt seit längerem ein Rechtsstreit, der nun in die nächste Runde gegangen ist.

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff ist seit Jahrzehnten in seinem Beruf aktiv und legt den Finger dort in die Wunde, wo es am meisten weh tut. Verkleidet als Obdachloser, Gastarbeiter oder als Mitarbeiter eines Call-Centers, stets geht es dem 76-Jährigen darum, Missstände in der Bundesrepublik aufzuklären. Dieses Konzept gilt auch für die RTL-Sendung „Team Wallraff“, in dem sich neben dem Grand Seigneur weitere Journalisten als verdeckte Ermittler beteiligen.

Eine der Enthüllungen beschäftigt sich mit den Praktiken der MK-Krankenhäuser. Bereits seit Anbeginn von „Team Wallraff“ klagen die Verantwortlichen der Kliniken gegen den Sender und die Darstellung ihrer Häuser bei „Team Wallraff“. Jetzt haben sie einen Teilerfolg vor dem Landgericht Hamburg erzielt, wie DWDL berichtet.

Am 28. August 2017 hat eine Reporterin undercover in einem Berliner Seniorenheim Filmaufnahmen gemacht, das von den MK-Kliniken betrieben wird. Dazu wurde in der Sendung behauptet, dort schockierende Zustände vorgefunden zu haben. Genau diese Behauptung darf RTL nun nicht mehr verbreiten. Die Richter entschieden, dass Teile der Berichterstattung nicht mehr veröffentlicht, spricht gesendet werden dürfen, ebenfalls darf ein dort geschossenes Foto nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem wird der Sender dazu gezwungen, eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Ebenfalls wurde eine Schadenersatzpflicht von RTL festgestellt. Sollten die Verantwortlichen der MK-Kliniken beweisen, dass ihnen durch die Berichterstattung ein Schaden entstanden ist, muss der Sender diesen bezahlen.

14 Filme, die in anderen Ländern verboten wurden

RTL reagiert gelassen auf die Vorwürfe

In der Vergangenheit ist es den Klinikbetreibern allerdings nicht gelungen, einen solchen Schaden nachzuweisen, weshalb die Reaktion der Verantwortlichen von RTL gelassen ausfällt. Sie lehnen den Vorwurf, eine Kampagne gegen die Krankenhäuser zu fahren, ab und wollen vor Gericht in Berufung gehen. Außerdem sei die Klage der Krankenhäuser bereits abgeschwächt gewesen, was für die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung spreche. Man wird sich also auch in Zukunft vor Gericht wiedersehen. Bis dahin dürfen die aktuell betroffenen Teile der Sendung aber nicht mehr ausgestrahlt werden.

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